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PROGRAMM

 

Gustav Mahler, bearbeitet von Ben Cruchley:

"Das Trinklied vom Jammer der Erde" aus

Das Lied von der Erde

*

Alma Mahler-Werfel, bearbeitet von Ben Cruchley:

"Erntelied"

*

Gustav Mahler, bearbeitet von Ignaz Friedman:

 

2. Satz der 3. Symphonie, "Tempo di Menuetto" 

*

Sergei Rachmaninow:

 

1. Sonate in D-Moll, op. 28

 

Allegro moderato

Lento

Allegro risoluto

Das Trinklied vom Jammer der Erde
Li Bai (701-762), übertragen von Hans Bethge in "Die Chinesische Flöte", 1907

Schon winkt der Wein im goldnen Pokale, -
Doch trinkt noch nicht, erst sing' ich euch ein Lied!
Das Lied vom Kummer
Soll auflachend in die Seele euch klingen.
Wenn der Kummer naht,
Liegen wüst die Gärten der Seele,
Welkt hin und stirbt die Freude, der Gesang.
Dunkel ist das Leben, ist der Tod.

Herr dieses Hauses!
Dein Keller birgt die Fülle des goldenen Weins!
Hier, diese Laute nenn' ich mein!
Die Laute schlagen und die Gläser leeren,
Das sind die Dinge, die zusammenpassen!
Ein voller Becher Weins zur rechten Zeit
Ist mehr wert als alle Reiche dieser Erde.
Dunkel is das Leben, ist der Tod.

Das Firmament blaut ewig und die Erde
Wird lange fest stehn und aufblühn im Lenz.
Du aber, Mensch, wie lang lebst denn du?
Nicht hundert Jahre darfst du dich ergötzen
An all dem morschen Tande dieser Erde!

Seht dort hinab! Im Mondschein auf den Gräbern
Hockt eine wild-gespenstische Gestalt.
Ein Aff' ist's! Hört ihr, wie sein Heulen
Hinausgellt in den süßen Duft des Lebens!
Jetzt nehmt den Wein! Jetzt ist es Zeit, Genossen!
Leert eure goldnen Becher zu Grund!
Dunkel ist das Leben, ist der Tod!

Erntelied / Gesang am Morgen

Gustav Falke, veröffentlicht 1916

Der ganze Himmel glüht

In hellen Morgenrosen;

Mit einem letzten, losen

Traum noch im Gemüt,

Trinken meine Augen diesen Schein.

Wach und wacher, wie Genesungswein,

Und nun kommt von jenen Rosenhügeln

Glanz des Tags und Wehn von seinen Flügeln,

Kommt er selbst. Und alter Liebe voll,

Daß ich ganz an ihm genesen soll,

Gram der Nacht und was sich sonst verlor,

Ruft er mich an seine Brust empor.

Und die Wälder und die Felder klingen,

Und die Gärten heben an zu singen.

Fern und dumpf rauscht das erwachte Meer.

Segel seh' ich in die Sonnenweiten,

Weiße Segel, frischen Windes, gleiten,

Stille, goldne Wolken obenher.

Und im Blauen, sind es Wanderflüge?

Schweig o Seele! Hast du kein Genüge?

Sieh, ein Königreich hat dir der Tag verliehn.

Auf! Dein Wirken preise ihn!

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